Endlich haben auch wir es mal auf die so hochgelobte Südinsel geschafft!
Am vergangenen Sonntag wurden wir von Karen und Grant noch herzlich verabschiedet, bevor es für uns wieder nach Wellington und mit einer Stunde Verspätung auch auf die Fähre Richtung Picton auf der Südinsel ging.
Da sich die Abfahrt so stark verzögerte, durchquerten wir die schönen Milford Sounds leider im Dunkeln, sodass wir nicht viel erkennen konnten.
Goodbye Molly! :-)
Da sich die Abfahrt so stark verzögerte, durchquerten wir die schönen Milford Sounds leider im Dunkeln, sodass wir nicht viel erkennen konnten.
Das wollten wir am nächsten Tag aber gleich nachholen. Während Juli ihre erste Cleaner-Schicht im "Fat Cod Backpackers" schob, mietete ich kurzerhand ein Auto, mit dem wir dann am Nachmittag die Küstenstraße (Queen Charlotte Drive) Richtung Havelock entlangfuhren. Ja, genau, wir haben jetzt auch Links-fahr-Erfahrung. Natürlich wurde ein, zwei Mal der Scheibenwischer anstatt des Blinkers betätigt, aber ansonsten sind wir sicher von A nach B gekommen!
Von Havelock ging es dann noch weiter nach Blenheim und wieder zurück nach Picton, wo wir noch einen herrlichen Sonnenuntergang sehen durften.
Sound - Landschaft
Blick auf Picton in der Dämmerung
Sonnenuntergang bei Picton
Da wir das Auto noch bis zum nächsten Morgen um 10:30 gemietet hatten, stellten wir uns den Wecker auf 6:00, um noch einmal einen Seitenarm des Queen Charlotte Drives und den Sonnenaufgang zu erkunden. Leider fanden wir weder die nötige Abfahrt, noch sahen wir viel vom Sonnenaufgang, da wir so hoch fahren mussten, dass wir irgendwann in einer Wolkendecke hingen, die weitestgehend den Blick auf die Sonne und auch sonst alles versperrte^^ Wir entschieden dann wieder tiefer zu fahren und gemütlich in einer Bucht unsere am Tag vorher selbst gebackenen Brötchen zu frühstücken.
Nachdem ich Juli wieder im Hostel abgesetzt hatte, machte ich mich mit dem Bus auf nach Nelson. Dort erwartete mich erst einmal das wunderbarste Hostel, das ich bis jetzt besucht hatte! Denn im "Tasman Bay Backpackers" gibt es nicht nur unbeschränktes Wifi, große Zimmer, gute Matratzen und saubere Badezimmer, sondern auch an jedem Abend für jeden Gast heißen Schokoladenpudding mit Vanilleeis! Herrlich! Die beste Vorbereitung auf meinen 3 Tagestrip in den Abel Tasman National Park. Mich hat ja seit dem Tongariro Crossing irgendwie die Wanderlust gepackt, deshalb wollte ich es jetzt einmal darauf ankommen lassen und habe diesen Track gebucht.
Am 15. Mai ging es dann morgens mit dem Bus in den Nationalpark. Mit Rucksack und Schlafsack bepackt, musste ich gleich am ersten Tag eine (für mich) riesen Distanz von 25 km bis zu meiner ersten Unterkunft zurücklegen. Das Wetter war allerdings herrlich, der Track nicht allzu schwierig und so schaffte ich es nach 6 1/2 Stunden in die "Bark Bay Hut". Die Nacht in der Hütte war tatsächlich sehr lang^^ Da es keine Elektrizität gibt, liegen spätestens ab 21:00 alle in ihren Schlafsäcken und wandern ins Land der Träume. Ich habe selten so gut und lange geschlafen!
Am nächsten Tag ging es dann schon gegen 8:00 weiter, denn auf der nächsten Strecke sollte es eine Stelle geben, die nur bei Niedrigwasser überquert werden kann. Ich beeilte mich also wieder, allerdings entpuppte sich dieses "Tidal Crossing" als ein meterbreiter Meerzufluss, der nicht schwer zu überqueren war. Deshalb erreichte ich die zweite Hütte "Awarora Hut" auch bereits nach 3 1/2 Stunden, was aber nicht schlimm war, denn dieses Juwel lag wirklich direkt am Strand in einer geschützen Bucht. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag auf der Veranda und betrachtete das Wasser vor mir. Erst noch allein, später in Gesellschaft.
Lunchbreak an der Anchorage Bay
Sonnenaufgang an der Bark Bay Hut
Erste Station: Bark Bay Hut
Awarora Hut - bei Niedrigwasser
Der nächste Morgen kam genauso schnell wie der letzte und diesmal mussten wir wirklich auf den Punkt das Niedrigwasser abpassen, denn die vor uns liegende, wasserleere Bucht, die abends noch geflutet war, musste nun möglichst schnell vor dem nächsten Hochwasser überquert werden. Leider gab es natürlich die ein oder andere Stelle an der sich das Wasser hartnäckig hielt, also nichts wie raus aus den Wanderschuhen und barfuß weiterlaufen. Oh mein Gott war das kalt!!!
Danach gab es nur noch eine einstündige Wanderung bis zur Totaranui Bucht zu machen, wo uns alle ein Wassertaxi abholen sollte. Zum Glück bekamen wir ein früheres als gebucht, denn es goss mittlerweile in Strömen und keiner, den ich bis dato getroffen hatte, hatte mehr Lust zu wandern.
Die Fahrt mit dem Wassertaxi war dann aber wieder ein absolutes Highlight! Bei hohen Wellen und Wind rauschten wir mit 250 PS die Küste entlang! Mein Papa hätte seinen Spaß gehabt! Ich fand es auch super, von einem Welleberg ging es mit einem riesen Satz ins nächste Tal - besser als jede Achterbahn!
Und wir kamen sogar noch an einer Insel vorbei auf deren Steinküste sich die Seehunde räkelten! Absolut beeindruckend solche Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Die Wartezeit bis zur Busabfahrt nach Nelson verbrachte ich dann noch mit 4 netten anderen Wandermädels in einem nahegelegene Café mit Blick auf den Nationalpark. Bei heißem Kaffee und Tee bequatschten wir unsere Tour und waren dann doch alle sehr stolz auf uns den Track geschafft zu haben!
Jetzt sitze ich wieder in meinem schönen Hostel bei heißem Tee und Schokopudding mit Vanilleeis! :-)
Ich werde hier noch einige Tage verbringen und auf Juli warten. Am Montag werden wir dann zu unserem nächsten helpx Job hier ganz in der Nähe aufbrechen! Mal schauen, ob das nur annähernd so schön wie bei Karen wird...;-)


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